März 2018

Fahrzeugbezogene Ausbildung der FF Weiler

 

 

 

Um im Notfall die richtigen Handgriffe zu beherrschen, bilden sich die Ehrenamtlichen der Feuerwehr Weiler regelmäßig weiter.
In den vergangenen Wochen hat jeder Helfer mit jedem Einsatzfahrzeug geübt.

 

Fotos: Peter Mittermeier

Löschgruppenfahrzeug
LF20/16 Es führt unter anderem 3.000 Liter Wasser, einen Wasserwerfer, einen Lichtmast und eine Wärmebild-kamera mit.

 

Löschgruppenfahrzeug LF16/18 Es hat einen Wasserwerfer und Geräte zur technischen Hilfe-leistung etwa bei Verkehrs-unfällen an Bord.

 

Mehrzweckfahrzeug (MZF) Es dient unter anderem als Einsatzleitfahrzeug und hat Einsatzpläne, Rettungsdecken, Atemschutzgeräte und Sicherungsmaterial an Bord.

 

Gelenkmastbühne Sie hat eine maximale Reichweite von 22 Metern, einen fest installierten Wasserwerfer und eine Krankentrage an Bord.

 

Gerätewagen Gefahrgut Der Lkw hat umfangreiches Material für Gefahrguteinsätze dabei.

 

Schlauchwagen 2000 Er heißt so, weil er unter anderem 2000 Meter Schlauch an Bord hat. Eine Leitung kann aus dem fahrenden Auto heraus verlegt werden.                       (pem)

   

 

 

Jeder Helfer übt mit jedem Auto

Katastrophenschutz Die Weilerer Feuerwehr praktiziert die fahrzeugbezogene Ausbildung.

Über sechs Wochen hinweg übt jeder Wehrler einmal mit jedem Einsatzfahrzeug
 

VON PETER MITTERMEIER


Weiler Der Feuerwehrler kniet auf der Haube des schwer beschädigten Pkw, eine Glassäge in der Hand. In kurzer Zeit zieht er damit einen Schnitt quer über die Scheibe. Das Autowrack ist eine von sechs Station0en, an denen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Weiler in den vergangenen Wochen trainiert ha-ben. Jeder Helfer hat dabei unter Anleitung eines Gruppenführers mit jedem Einsatzwagen der Wehr gearbeitet. „Die gesamte Mannschaft lernt so den Einsatzwert unserer Fahrzeuge“, beschreibt der stellvertretende Kommandant Armin Rochelt das Ziel. Er ist für die Ausbildung der Wehr zuständig.

Sechs Einsatzfahrzeuge hat die Weilerer Feuerwehr. Jedes hat eine andere Funktion und eine andere Ausrüstung.

 

Über sechs Wochen hinweg haben die Aktiven in Gruppen mit den Fahrzeugen der Wehr geübt, jede an einem Abend mit einem anderen Auto. Die Ausbildung erfolgt bewusst in Gruppen mit sechs Helfern. So muss jeder selber Hand anlegen. Rochelt: „Keiner kann sich auf die anderen verlassen und sagen, der macht das schon. Jeder kommt zum Zug.“

„Sind keine Berufsfeuerwehr“

Das intensive Training ist aus Sicht der beiden Kommandanten nötig. „Wir können uns nicht wie bei einer Berufsfeuerwehr spezialisieren“, sagt Rochelt. Kommandant Roland Schlechta ergänzt, warum das so ist: „Es gibt Ausflüge, Urlaubszeiten und schöne Tage im Sommer, in denen weniger Aktive vor Ort sind. Da muss jeder im Ernstfall wissen, wie er anpacken muss.“

Beispiel Mehrzweckfahrzeug: Der VW Bus hat unter anderem einen Erste-Hilfe-Rucksack, Funk-technik und Einsatzpläne von Betrieben, Heimen und Wohn-anlagen an Bord. Normalerweise fährt ein Einsatzleiter in dem Auto mit, aber nicht immer. „Jeder Feuerwehrler sollte wissen, wo die Pläne und Schlüssel für Brandmeldeanlagen sind und was ich mit dem Erste-Hilfe-Koffer machen kann“, sagt Rochelt.

Beispiel zwei: das LF 16: Es hat umfangreiches Gerät zur techni-schen Hilfeleistung an Bord, darunter Spreizer, Rettungs-schere, Werkzeugkoffer und Glassäge. Bei jedem Einsatz packen die Helfer das komplette Gerät aus und legen es auf eine Plane, auf der die Ausrüstung eingezeichnet ist. Der Sinn: Jeder Helfer soll sich bewusst sein, was die Wehr an Mitteln dabei hat und was er einsetzen kann.

Die Handhabung üben die Wehrler an einem Fahrzeugwrack. Sechs davon hat die Wehr in den vergangenen Wochen zerlegt, an jedem Übungsabend eins. Die Helfer haben beispielsweise Scheiben zerschnitten, das Dach abgenommen, Türen weggespreizt

– alles Arbeiten, die bei einem Unfall nötig sein können.

Beispiel drei: der Schlauchwagen. Er hat unter anderem 2000 Meter Schlauch an Bord. In einer Flächengemeinde ist das wichtig, weil nicht in jedem Weiler überall direkt Löschwasser verfügbar ist. Die Wehrler haben bei der fahrzeugbezogenen Ausbildung unter anderem das Verlegen einer Schlauchleitung aus dem fahrenden Auto heraus trainiert.